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Tour 02 – Durch den Ternowaner Wald und Karst

Slowenien Karte Tour02

i Kurz Check02 22 Ternowaner Wald

Streckenlänge
ca. 280 km

Charakter
mittelschwer; landschaftlich und belagstechnisch wird so ziemlich alles geboten, was den Reiz Sloweniens ausmacht.
Das Spektrum reicht von perfektem Asphalt bis zur furchigen Schotterpiste.

Highlight
Der Streckenabschnitt zwischen Ajdovščina und Lokve führt auf abenteuerlicher Strecke durch das einsame Ternowaner Waldgebiet.

Einkehr-Tipp
Das Spitzen-Restaurant Gostilna Kobjeglava, Kobjeglava 63a, westlich von Štanjel gehört zu den besten Lokalen Sloweniens.
Vier- bis Acht-Gänge-Menüs geben der Kreativität des Chefkochs breiten Spielraum. Spezialität des Hauses sind die Schinkengerichte. In aussichtsreicher Lage am Rande eines Weinbergs stimmen Ambiente und Kulinarik. Gehobene Preise.

Geöffnet: Donnerstag bis Sonntag
Tel.: 031 356 138 oder 057 310 080
E-Mail: kobjeglava@gmail.com
Weitere Infos unter www.q-komel.com

Absolutes Muss
Das Schloss Predjamski grad liegt neun Kilometer nordwestlich von Postoijna und zählt zu den größten touristischen Attraktionen Sloweniens. Tatsächlich prangt das Schloss aus dem 16. Jhdt. auf halber Höhe einzigartig und spektakulär an einer senkrechten Felswand vor einem Höhleneingang.


Der Südwesten ist geprägt von einer typischen Karstlandschaft mit etlichen, teils berühmten Tropfsteinhöhlen.
Vorbei am traditionsreichen Lipizzaner-Gestüt führt die Tour durch das waldreiche Ternowaner Mittelgebirge, folgt der Frontlinie des Ersten Weltkriegs und einsamen, teils abenteuerlichen Nebenstrecken durch ausgedehnte Wald- und Wiesenlandschaften.

Wir verlassen Postojna in westlicher Richtung auf der Landstraße 409. Gemütlich schwingen wir uns auf der gut ausgebauten Landstraße allmählich ein und umkurven das markante Nanos-Gebirge, das die Julischen Alpen im Süden abschließt. Internationale Bekanntheit erlangte das Gebirge, als unmittelbar nach der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens 1991 Sendeanlagen auf dem Pleša-Gipfel durch jugoslawische Verbände bombardiert und zerstört wurden.

 ÜbernachtungsTIPP 1! 

Das 4-Sterne-Hotel Kras, Tržaška Cesta 1 in Postojna ist ein von außen eher schmuckloses mehrgeschossiges Business-Hotel. Innen ist es jedoch professionell geführt und besitzt eine Tiefgarage und Aufzug.
Die Zimmer sind riesig und sauber, das Frühstücksbuffet reichhaltig und lecker. Die Lage ist super zentral. Man kann zu Fuß zu den Adelsberger Grotten laufen, und das Restaurant Proteus schräg gegenüber ist sehr empfehlenswert.

Ganzjährig geöffnet
DZ (incl. Frühstück) 80-90 €/ Tag
Tel.: 057 002 300
E-Mail: info@hotelkras.si
Weitere Infos unter www.hotelkras.si

Bei Divača bietet sich ein Abstecher zu den Škocjan-Höhlen an. Das Besondere dieses Höhlensystems ist die Reka, die das riesige Höhlensystem mit unbändiger Macht geschaffen hat und tief unterhalb der Besucher über Wasserfälle und Stromschnellen geräuschvoll tost. Damit unterscheidet sie sich von anderen Tropfsteinhöhlen, wie zum Beispiel den weitaus bekannteren Adelsberger-Grotten. Aufgrund ihrer Einzigartigkeit gehören sie seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe. Weitere Infos unter www.park-skocjanske-jame.si.

Über Divača und Lokev steuern wir über die zügig befahrbaren Landstraße 205 auf Lipica an. Am Abzweig nach Kobilarna Lipica biegen wir rechts ab und fahren direkt auf das berühmte Lipizzaner-Gestüt zu, das uns mit einem Portal über der Straße empfängt. Hinter weiß angestrichenen Lattenzäunen entdecken wir alsbald die edlen Pferde, die auf den weitläufigen Weiden üppigen Auslauf haben und sich gerne von Besuchern füttern lassen. Am Ende der Straße befindet sich links das Gestüt mit Freizeitpark, Hotel, Casino und Sportarena. Wir biegen jedoch rechts ab und folgen den Ausschilderungen nach Sežana zunächst entlang einer herrlichen, kerzengeraden Baumallee.


 TIPP 1!
Lipizzaner – die Lieblinge der Fürsten 

Aufgrund ihrer Eleganz, hohen Belastbarkeit und letztlich wegen ihrer schneeweißen Färbung werden sie bereits seit dem Mittelalter gezüchtet. Berühmtheit erlangten sie durch Ihre gezielte Förderung an der Spanischen Hofreitschule in Wien. Ihren Namen verdanken sie dem weltberühmten, 1580 gegründeten Gestüt Lipica nahe dem gleichnamigen Ort. Zum Areal gehören unter anderem ein Park („Kobilarna Lipica“), wo man die Stallungen besichtigen, den Pferden beim Training zusehen und sie auch reiten kann.

Unterschiedliche Öffnungszeiten
Weitere Infos unter www.lipica.org

In Sežana orientieren wir uns zunächst in Richtung Ljubljana und dann weiter auf der Landstraße 204 bis nach Štanjel. Die Straße ist in perfektem Zustand und windet sich durch die hügelige Weinlandschaft.
Die Region ist relativ dicht besiedelt und macht keinen ärmlichen Eindruck. Štanjel liegt weithin sichtbar auf einer Bergkuppe. Der Ort hat einen sehenswerten, mittelalterlichen Stadtkern und ist teilweise von einer Stadtmauer umgeben. Für Fahrzeuge ist die Stadt gesperrt, sodass wir uns unterhalb ein schattiges Plätzchen für unsere Bikes suchen. Das pittoreske Städtchen bietet jede Menge Fotomotive und ein weitreichendes Panorama über die Karstregion. Besonders sehenswert ist der öffentlich zugängliche Ferrarigarten gleich hinter dem östlichen Ausgang links. Er wurde nach dem Ersten Weltkrieg im venezianischen Stil angelegt. Die Parkanlage besitzt ein kompliziertes Bewässerungssystem, das heute noch in der ansonsten äußerst trockenen Karstlandschaft funktioniert.

Mit unseren Maschinen fahren wir ein kurzes Stück auf der Landstraße zurück und biegen dann links ab in Richtung Vipava. Das schmale, enge Sträßchen führt uns kurvenreich durch dichtes Waldgebiet zunächst durch das Raša-Tal und über eine Bergkuppe weiter durch Weideland in das parallel verlaufende Vipava-Tal, das sich breit und weitläufig vor uns ausbreitet. Auf der anderen Talseite erhebt sich der langgestreckte Felsklotz des Nanos-Gebirges. Am Talgrund gleiten wir durch topfebene Wiesen und Weiden. Entlang einer hübschen Baumallee fahren wir über Vipava weiter zum städtischen Aidovščina, dem Hauptort des Tals. Ein paar nette Konoben säumen die Hauptstraße. Kurz vorm Ortsende biegen wir scharf rechts und gleich wieder links ab in Richtung Lokavec.

Vor uns liegt der schönste Streckenabschnitt. Zunächst streifen wir an Weingärten und Viehweiden entlang. Hinter Lokavec beginnt der Aufstieg in den Ternowaner Wald, einem Mittelgebirge an der Karst-Grenze zu den Julischen Alpen. Die Straße ist in perfektem Zustand und wird mit zunehmender Höhe immer kurviger. Der immer dichter werdende Mischwald gibt nur selten den Blick ins Tal frei. Höhepunkt sind drei aufeinander folgende Felstunnels, die durch die Straße spektakulär miteinander verbunden sind. Dahinter erreichen wir allmählich die Bergkuppe. Die Landstraße 609 knickt nach rechts in Richtung Col ab. Wir fahren jedoch weiter geradeaus durch den dichten Wald. Die Straße wird zunehmend schlechter und geht schließlich in eine Schotterpiste über, die jedoch problemlos zu befahren ist. Einsam geht es durch dichtes Waldgebiet, lediglich unterbrochen von einer idyllischen, weitläufigen Lichtung mit netten Picknick-Möglichkeiten bei Mala Lazna. Kurz vor Lokve bekommen wir wieder Asphalt unter die Reifen. Der im Winter beliebte Skiort besteht aus verstreuten Häusern in einem sanften Hochtal. Durch die idyllische Waldlandschaft erreichen wir über die Dörfer Nemci, Trnovo und Ravnica das wieder deutlich dichter besiedelte Soča-Tal. Über die mächtige, 55 Meter hohe Solkan-Brücke umfahren wir den Norden Gorizias und überqueren dabei unbemerkt die italienische Grenze. Das ehemalige Görz war einer der am heftigsten umkämpften Hotspots im Ersten Weltkrieg, wie wir später noch erfahren werden.

Die Fahrt geht steil bergauf, und wir kommen, inzwischen wieder auf slowenischem Gebiet, in die klimatisch begünstigte Wein-Region Goriška Brda. Neben etlichen Weinkellereien ist die Gegend auch für seinen Obst- und insbesondere Kirschen-Anbau bekannt. Bei Gonjače wechseln wir auf die Landstraße 612 in Richtung Plave. Kurz nach dem Abzweig machen wir einen Abstecher zum Sabotin, einem sanften Bergrücken direkt an der italienischen Grenze. Die sieben Kilometer lange Stichstraße verläuft aussichtsreich am Kamm entlang und endet am ehemaligen Wachhaus, das zu einer am Wochenende geöffneten Ausflugskneipe mit kleinem Kriegsmuseum umfunktioniert wurde. Hier bekommt man Informationen zu den unglaublich verlustreichen Schlachten an diesem Frontabschnitt im Ersten Weltkrieg. Noch begehbare, stacheldrahtbewehrte Schützengräben hinterlassen bleibende Eindrücke bei uns. Heute genießt man den fantastischen Ausblick über die Bergwelt des Friaul bei einer Tasse Kaffee auf der sonnigen Aussichtsterrasse. Die Zeiten haben sich glücklicherweise geändert.

Zurück auf der Straße 612 kurven wir wieder der unverschämt türkisfarbenen Soča entgegen, die sich windungsreich durch eine enge und leider viel befahrene Schlucht zwängt. Kurz vor Tolmin kürzen wir über die Straße 603 nach Most na Soči ab. Über die Soča-Brücke kommen wir ins Idrijca-Tal, dem wir circa einen Kilometer folgen, um dann bei Postaja über eine weitere Brücke auf die Südseite des Flusses zu wechseln. Ein schmales, unbefestigtes Asphaltsträßchen, führt uns hoch über die Idrijca und weiter durch nahezu unberührte Wald- und Wiesenlandschaften. Kurz vor Čepovan biegen wir links ab. Das schmale Asphaltband wechselt alsbald auf Schotter bis nach Dolenja Trebuša. Es folgt einer der abenteuerlichsten Streckenabschnitte überhaupt entlang der Landstraße 610. Es beginnt harmlos mit einer für die Gegend überraschend gut ausgebauten Asphaltstraße, die jedoch bald auf Schotter übergeht und sich dann teilweise schwindelerregend an steilen Hanglagen entlang durch das einsame Waldgebiet zwängt. Erfahrene Biker werden an den engen Kurven, satten Steigungen, Furchen und ständig wechselnden Belägen durch einsamste Gegend bis nach Spodnja Idrija ihre helle Freude haben. Wem das too much ist, dem sei ab Dolenja Trebuša die Hauptstraße 102 entlang der Idrijca empfohlen. Sie ist breit und gut ausgebaut und führt in sanften Kurven geschmeidig durch das dicht bewaldete Tal.

Vor der Quecksilberstadt Idrija biegen wir links ab und schrauben uns auf einer einsamen Serpentinenstrecke hoch bis nach Žiri. Dort wechseln wir in das liebliche Sora-Tal in Richtung Logatec.
Die breit ausgebaute und kurvige Strecke durch das sanfte Wald- und Wiesental lässt eine zügige Gangart zu, sodass wir das städtische Logatec bald erreichen. Wir folgen den Ausschilderungen nach Postojna.
Auf dem letzten Streckenabschnitt unserer Rundtour mit langen übersichtlichen Kurven drehen wir schließlich nochmal ordentlich am Gashahn und haben Postoijna bald erreicht.


 TIPP 2! 
Im Land der Olme – die Adelsberger Grotten 

Die Höhlen von Postojna sind das weltweit zweitgrößte erschlossene Höhlensystem mit jährlich mehreren Hunderttausend Besuchern.
Die insgesamt 90-minütige Besichtigung beginnt mit einer vier Kilometer langen Bahnfahrt.
Auch die berühmten Grottenolme können am Ende besichtigt werden.

Ganzjährig geöffnet
Jul./Aug. tägl. von 9 bis 18 Uhr
Mai/ Jun./ Sep. von 9 bis 17 Uhr
Apr./ Okt. von 10 bis 16 Uhr
übrige 10 bis 15 Uhr
Eintritt 25,80 €


 ÜbernachtungsTIPP 2! 

Der Campingplatz Autocamp Pivka Jama, Veliki otok 50 direkt neben den Höhlen Pivka und Črna bei Postojna bietet in einem dichten Waldgebiet naturbelassene Stellplätze, moderne Bungalows, einen Pool und ein Restaurant.

Geöffnet von Mitte April bis Oktober
Bungalow für zwei Personen 38-50 €/Tag
Tel.: 057 203 993
E-Mail: avtokamp.pivka.jama@siol.net
Weitere Infos unter www.camping-postojna.com

 

Tour 02 – Durch den Ternowaner Wald und Karst

Kontakt

Christoph Berg
Dipl.-Ing. (BA) + Reisejournalist
info[@]bike-and-smile.de

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