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Tour 08 – In den Steiner Alpen und der Untersteiermark

Slowenien Karte Tour08

i Kurz Check08 24 Steiner Alpen

Streckenlänge
ca. 240 km

Charakter
mittelschwer; das gesamte Drehzahlband wird ausgenutzt.
Zweimal wird der Karawanken-Hauptgrat überquert.
Schluchten-Durchfahrten und Panoramastraßen, teilweise auf Schotter, sorgen für viel Abwechslung.

Highlight
Der Streckenabschnitt von Črna bis Jezersko über Paulitsch- und Seeberg-Sattel.

Einkehr-Tipp
Die Galerija Okusov, Novo Celje 9 in Petrovče stehen für slowenische Kulinarik der Spitzenklasse. In angemessenem Ambiente in einem Nebengebäude des Schlosses Novo Celje im gleichnamigen Park werden kulinarische Kreationen kunstvoll zelebriert. Auf sportlich-elegante Kleidung wird Wert gelegt.

Reservierung empfohlen
Geöffnet von Mittwoch bis Samstag
Tel.: 031 657 605
E-Mail: info@galerijaokusov.si
Nähere Infos unter www.galerijaokusov.si

Absolutes Muss
Die Bier-Fontäne von Žalec und die Altstadt von Kamnik.

 
Die Steiner und Sulzbacher Alpen (slow. Kamniško-Savinjske Alpe) sind den Karawanken südlich vorgelagert. Sie erreichen Höhen bis über 2.500 Meter. Zwei Stichstraßen führen mitten hinein in die Bergwelt. Die Panoramastraße über Paulitsch- und Seebergsattel ist eine bei Österreichern und Slowenen gleichermaßen beliebte Bikerstrecke.

 ÜbernachtungsTIPP 1! 

Das Gasthaus Grof, Čeplje 12 in Vransko, direkt an der A1-Autobahn-Ausfahrt Vransko/ Kamnik, ist in erster Linie ein hervorragendes Restaurant, das jedoch auch sieben 1- bis 3-Bett-Zimmer anbietet. Die Zimmer sind modern eingerichtet und die gesamte Atmosphäre sehr angenehm. Großes Frühstücksbuffet und sehr nettes Personal.

Ganzjährig geöffnet
DZ (incl. Frühstück) 78 €/ Tag
Tel.: 059 233 785
E-Mail: info@grof.eu
Weitere Infos unter www.gostilna-grof.si


Von Vransko aus starten wir nach Osten. Eingerahmt von Mittelgebirgen der Untersteiermark verläuft die Landstraße 447 flach und unspektakulär durch die Hopfengegend Sloweniens. In den Feldern ranken sich die edlen Kletterpflanzen an kunstvoll gespannten Drahtgeflechten empor. Was sich aus Hopfen herstellen lässt erfahren wir in Zalec auf lauschige Weise. Mitten im Stadtpark lassen sich verschiedene Biere, wie z. B. Kaffee- oder grünes Bier aus Edelstahlsäulen zapfen. Fontana Zeleno Zlato nennt sich das Kunstwerk, das von der Bevölkerung begeistert angenommen wird. Nachahmung dringend empfohlen!

 TIPP 1! Das Grüne Gold – Die Bier-Fontäne in Žalec 

Im Park Žalec schießt das Bier aus dem Boden und zwar aus sechs automatischen Edelstahl-Zapfsäulen.
Das Ganze funktioniert so: Im nahen Kiosk kauft man für acht Euro ein eingeschweißtes Bierglas.
Das berechtigt zum Genuss von sechsmal zapfen, egal aus welchem Zapfhahn.
Ein Chip im Glasboden zählt mit. Wenn der Kredit aufgebraucht ist, lässt sich das Glas an der siebten Säule auswaschen.
Das Bierglas kann man dann behalten. Um die Anlage sind Gartenstühle drapiert mit Tischchen und Literatur zur Kurzweil.

Geöffnet von April bis Oktober
Weitere Infos unter www.beerfountain.eu


Nach unserem zweiten Frühstück fahren wir wieder ein Stück zurück und biegen im Kreisel rechts ab in Richtung Polzela. Nach Überquerung der Autobahn geht es erstmal wieder entspannt durch die obligatorischen Maisfelder und Wiesen. Wer den ganzen Mais wohl verfuttert, fragen wir uns. In Polzela biegen wir rechts ab in Richtung Velenje. Die ersten Mittelgebirgsausläufer sind bald erreicht. Durch das bewaldete Ložnica-Tal kurven wir stetig bergauf. Kurz vor Velenje reißt der Wald auf. Die Bergarbeiterstadt kennen wir bereits aus Tour 07, allerdings halten wir uns diesmal westlich in Richtung Soštanj. Quirliges Treiben begleitet uns durch das Industriegebiet. Bald entdecken wir die riesigen Wasserdampfsäulen des größten slowenischen Wärmekraftwerks am Himmel. Wenig später passieren wir den Industriegiganten direkt am Werkszaun. Am letzten Kühlturm biegen wir rechts ab nach Zavodnje. Der Verkehr ebbt kurz darauf ab, und wir kurven wieder mitten durch die Natur. Ausgedehnte Weiden liegen wie ein Teppich über den sanften Hügeln. Hinter Zavodnje erlaubt uns die nun feine Piste ein paar strammere Lastwechsel. Die Streckenführung adelt die Straße zur echten Bikerstrecke, und so schrauben wir uns Meter um Meter den Pass hinauf. Laubwald geht in Nadelwald über, und an den Lichtungen schweift der Blick weit über das Land. Hinter dem Pass geht´s genauso kurvig wieder bergab.

Die Landschaft wird noch einsamer, und bald haben wir Črna erreicht. Das Dorf liegt pittoresk in einem Talkessel, in dem die Flüsse Meža und Javorski potok zusammenkommen. In der empfehlenswerten Pizzeria Rešer, direkt vor der Kirche, stärken wir uns nochmal, bevor wir die Berge in Angriff nehmen. Im Kreisel biegen wir nach Solčava ab und folgen der noch jungen Meža flussaufwärts durch eines der schönsten und waldreichsten Flusstäler Sloweniens. Aufgrund der Grenznähe ist die Region kaum besiedelt. Um uns herum ragen die dicht bewaldeten Berge hoch auf. Belagstechnisch ist die Straße nicht gerade der Hammer, aber sie ist schmal und unbefestigt und verschafft uns damit eine direkte Nähe zur Natur. Neben uns plätschert der Bach. Vor uns rücken die ersten Gipfel der Steiner Alpen (slow. Kamniško Alpe) ins Blickfeld. Weiter nach Westen verengt sich das Tal, die Straße wird steiler und kurviger.

Beim Dörfchen Koprivna überqueren wir die Meža und danach wird´s wieder staubig unter dem Geläuf. Der Asphalt endet abrupt, und wir haben 14 Kilometer Schotterstrecke vor uns. Die eine oder andere enge Kurve oder Steigung mag ungeübten Bikern unter Umständen den Adrenalinspiegel etwas anheben, aber im Grunde ist die Strecke gut zu fahren, weil es keine Furchen oder größere Felsbrocken auf dem Weg gibt. Wem das dennoch zu heavy sein sollte, wählt vor Soštani die durchgehend asphaltierte Strecke durch das Saninja-Tal nach Solčava. Ungleich eindrucksvoller ist jedoch unsere Route, denn spätestens oben am Pass haben wir ein hammermäßiges Panorama weit über die majestätisch aufragenden Gipfel der Steiner und Sulzbacher Alpen. Genauso steil wie die Auffahrt geht´s auch wieder runter. Kurz vor dem Abzweig auf die Landstraße 428 bei Solčava bekommen wir wieder eine Teerdecke als Vorbote auf die Rückkehr in die nahende Zivilisation. Die Landstraße 428 kommt breit und bestens präpariert aus dem Savinja-Tal. Wir biegen rechts ab in Richtung Naturpark Logarska Dolina und werden ein bisschen sportlicher. Das idyllische und dicht bewachsene Savinja-Tal sorgt mit seinen langen Kurven für ordentlich Fahrtwind auf dem Weg zur Grenze nach Kärnten. Nach vier Kilometern besteht die Möglichkeit zu einem Abstecher in das traumhaft schöne Gletschertal Logarska Dolina und den gleichnamigen Naturpark. Manchmal wird auch eine Maut erhoben.

Die Stichstraße führt an der frisch geschlüpften Savinja entlang und mitten hinein in die Bergwelt der Steiner und Sulzbacher Alpen. Je tiefer wir eintauchen, desto gigantischer ragen die 2.000er-Gipfel um uns hinauf. Am Ende der sieben Kilometer langen Stichstraße befindet sich ein Waldparkplatz mit einer bewirtschafteten Berghütte und Möglichkeiten zum Picknicken direkt am Fluss. Wer sich die Beine ein wenig vertreten will, hat die Möglichkeit, in 20 Minuten zu Sloweniens höchstem Wasserfall, den Rinka slap, aufzusteigen, der im freien Fall 90 Meter in die Tiefe rauscht.

Zurück auf der Landstraße 428 nehmen wir den 1.338 Meter hohen Paulitsch-Sattel (slow. Pavličevo sedlo) in Angriff. Er liegt direkt auf dem Karawanken-Grat und markiert die Grenze zu Österreich. Auf feinstem Belag sägen wir um die engen Kurven und genießen die herrliche Waldstrecke. Die kleine Grenzstation taucht unvermittelt auf, und schon sind wir in Österreich. Sogleich wird der Belag schlechter. Wir schrauben ein wenig zurück und genießen dafür den weiten Blick über Kärnten. Die Straßenqualität fängt sich allmählich wieder, und windungsreich schießen wir ins Tal bis zur Einmündung in die Landstraße 82, die linker Hand zum 1.218 Meter hohen Seeberg-Sattel (slow. Jezerskik vrh) führt. Dutzende von Bikern brettern an uns vorbei. Die Grußhand ist im Dauerbetrieb. Die Passstraße ist in Bikerkreisen keine unbekannte. Wir sind jedoch überrascht vom relativ schlechten Straßenzustand. Einige Versatzstücke rütteln kräftig am Fahrwerk. Dennoch, der Rhythmus stimmt. Auch nach der Grenze holpern wir zunächst den Karawanken-Südhang auf slowenischer Seite wieder steil und in Serpentinen hinab ins Kokra-Tal. Unten angekommen, präsentiert sich die Straße von feinster Güte. Das Tal weitet sich, und ausgedehnte, saftige Wiesen sonnen sich zu Füßen der dicht bewaldeten Kuppen und den schneebedeckten Gipfeln im Hintergrund, die sie umarmen. Was für ein Bild ! Das Kokra-Tal ist an Idylle kaum zu übertreffen. Nur wenige Dörfer behindern die freie Fahrt. Auffallend viele Restaurants säumen die Straße, die sich einträchtig mit der Kokra in sanften Kurven durch das weite Rund wiegt. Hinter Jezersko ändert sich das Landschaftsbild. Die Berge rücken zusammen, sodass sich Straße und Kokra eng aneinander schmiegen müssen. Das tief eingeschnittene Tal spuckt uns erst bei Hrib, kurz vor Kranja unvermittelt aus. Das war´s erstmal mit der Alpen-Landschaft. Wir finden uns wieder in einer weiten Ebene, dem Laibacher Kessel. In Visoko verlassen wir unsere Traumstraße und biegen links ab nach Šenčur. Auf der fast geraden Strecke fliegen die wohlvertrauten Mais- und Weizenfelder nur so an uns vorbei. In diesem nur mäßig spannenden Abschnitt heißt es Strecke machen. Das Gleiche gilt hinter Šenčur, wenn wir auf die Landstraße 104 wechseln in Richtung

Richtung Moste. Bolzengerade geht es durch die Felder, am Flughafen von Ljubljana vorbei bis nach Moste. Dort biegen wir ab in Richtung Kamnik, eines der schönsten Städtchen Sloweniens. Im Mittelalter war der Ort eine große Nummer. Handwerkszünfte ließen sich hier nieder, und ein bedeutendes Handelszentrum entstand. Diesen Reichtum sieht man der Stadt heute noch an. Eine herausgeputzte Fußgängerzone mit sauber verlegtem Kopfsteinpflaster, netten Konoben und eine Burgruine im Zentrum. Wir lassen uns in der Bar Mali Grad nieder, einem rustikalen Biergarten direkt am Fuß der Burg und erkunden von dort aus die Stadt.

Es zieht uns weiter nach Norden. In Kregarjevo verlässt die Landstraße 225 das Bistrica-Tal und folgt der Črna flussaufwärts weiter in östlicher Richtung. Hier besteht nochmal die Möglichkeit, über den Südhang tief in die Steiner Alpen einzutauchen. Die acht Kilometer lange Stichstraße endet an einem Parkplatz, von wo aus man zur Quelle der Kamniška Bistrica gelangt.

Das dicht begrünte und wunderschöne Črna-Tal führt uns in mehreren Geländesprüngen und Serpentinen bis auf 902 Meter zum Črnivek sedlo. Oben am Pass gibt´s ein Hotel mit Einkehrmöglichkeit. Die Dreta wird nun unser stetiger Begleiter auf einer herrlichen Panoramastraße. Noch verläuft sie tief unten am Talgrund. Kurz vor Gornji Grad nähern wir uns ihr an. Der Ort ist recht unscheinbar, wenn da nicht eine etwas zu groß geratene Kathedrale stünde, die aus einem ehemaligen Benediktinerkloster hervorging. Durch das weite Tal folgen wir weiter der Dreta über Bočna bis nach Laćja vas und biegen dort rechts ab nach Potok. Schließlich ist Vransko ausgeschildert. Ein letztes Mal erklimmen wir auf einem engen und abenteuerlichen Sträßchen eine letzte steile Kuppe, um dann am Südhang genauso steil wieder um die engen Kurven zu zirkeln, bis wir schließlich unser Ziel in Vransko erreichen.

 TIPP 2! Muzej Motociklov Grom – Das Motorradmuseum in Vransko 

Im privaten Museum von Petja Grom in Vransko 31a sind in mehreren Ausstellungshallen über 250 Motorräder aus den Jahren 1906 bis 1990 ausgestellt.
Neben Straßenmotorrädern gehören auch Rennmaschinen und Militärfahrzeuge zum ausgestellten Spektrum.

Ganzjährig geöffnet von 10 bis 18 Uhr außer montags
Weitere Infos unter www.muzej-motociklov.com

 

 ÜbernachtungsTIPP 2! 

Das Camp Podgrad-Vransko, Prapreče 30 in Vransko ist ein kleiner, familiär geführter Campingplatz.
Außer der Zeltwiese kann man auch einen Bungalow für zwei Personen mieten.

Ganzjährig geöffnet
Tel.: 051 229 115
E-Mail: info@camp-vransko.com
Weitere Infos unter www.camp-vransko.com

 

Tour 08 – In den Steiner Alpen und der Untersteiermark

Kontakt

Christoph Berg
Dipl.-Ing. (BA) + Reisejournalist
info[@]bike-and-smile.de

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