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Tour 06 – Bier und heiße Quellen

Slowenien Karte Tour06

i Kurz Check06 13 Sava

Streckenlänge
ca. 250 km

Charakter
einfach; gemütliches Cruisen ist angesagt durch Felder, Wiesen und Wälder. Ein sieben Kilometer langer Schotter-Abschnitt ist problemlos zu bewältigen.

Highlight
Die Genussstrecke von Čatež bis runter zur Mirna kurvt im Biker-Takt.

Einkehr-Tipp
Die Hausbrauerei Gostinstvo Haler, Olimje 6 in Podčetrtek braut ihr eigenes Bier und bietet über Deftiges auch Salate, Vegetarisches, Fisch und Pizzen. Spezialität ist das grüne Bier unter Verwendung von Zitrushopfen.
Die überdachte Terrasse und die Lage im Grünen garantieren Wohlfühl-Atmo. Günstige Übernachtungen sind auch möglich, wenn das Bier mal wieder zu lecker war.

Reservierung empfohlen
Täglich geöffnet
Tel.: 038 121 222
E-Mail: info@haler-sp.si
Nähere Infos unter www.haler-sp.si

Absolutes Muss
Sich am Kurpark von Rogaška Slatina tiefenentspannt im Central Café auf die Sonnenterrasse setzen und sich vorstellen, wie vor 170 Jahren der europäische Hochadel durch die Gärten lustwandelte zur Live-Musik von DJ Franz Liszt.

 
Der mittlere Osten Sloweniens ist im Gegensatz zur westlichen Karstlandschaft geprägt von seinem Wasserreichtum. Die Sava, Sloweniens größter Fluss, zieht sich quer durchs ganze Land und erreicht eine Breite von gut 100 Metern, bevor sie nochmal gestärkt durch die Krka das Land gen Kroatien verlässt. In ihrem Einzugsgebiet wurden bereits zu Römerzeiten etliche Thermalquellen entdeckt, die seit Generationen Wellness- und Beauty-Fans aus aller Welt anlocken, und mit denen man sogar Bier brauen kann.

 ÜbernachtungsTIPP 1! 

Das Hotel Opara, Goliev trg 13 in Trebnje, hat ein sehr gutes Preis-/ Leistungsverhältnis, moderne und saubere Zimmer und ein sehr gutes Restaurant im Haus.
Zentrale Lage im Ort, Überdachte Unterstellplätze für die Bikes im Hof.

Ganzjährig geöffnet
DZ (incl. Frühstück) 55-65 €/ Tag
Tel.: 073 044 005
E-Mail: opara.trebnje@siol.net
Weitere Infos unter www.rabim.info/gostilna-opara-franci-opara-sp-11769


Trebnje verlassen wir auf der Ortsstraße in Richtung Westen und folgen dem Abzweig nach Čatež. Stressfrei folgen wir der Bahnstrecke durch das weitläufige idyllische Wiesental. Ist ja schließlich noch früh am Tag. Hinter Velika Loka nehmen wir die ersten grünen Hügel in Angriff und kommen langsam auf Touren. Die Straße wird kurviger und interessanter. Vereinzelte Häuser bringen ein paar Farbtupfer in die sattgrüne und weitgehend bevölkerungsarme Region. Bei Čatež erreichen wir schließlich eine Kuppe, die uns die ersten landschaftlichen Weitblicke über die Region beschert. Es folgt eine herrliche Wedelstrecke auf neuer Straße bis an die Ufer der Mirna. Hinter dem 580 Meter hohen Javorski Pil-Pass locken ein paar Serpentinen. Schließlich zweigt mitten im Wald die Landstraße 665 rechts ab nach Radeče. Kurvenreich geht es geschmeidig weiter auf der herrlichen Waldstrecke. Hinter dem Dorf Velika Preska geht der Ausbaustrecke übergangslos der Asphalt aus, und eine sieben Kilometer lange Schotterstrecke liegt vor uns, die allerdings fahrtechnisch keine Ansprüche stellt. In einer scharfen Rechtskurve weist ein hölzernes Hinweisschild den Weg zum Susjek-Wasserfall. Für ein kleines Picknick-Päuschen ist der Platz ideal, denn nach wenigen Gehminuten ist der idyllische Wasserfall erreicht, ausgestattet mit ein paar Sitzgelegenheiten aus Naturstein, Bachrauschen inklusive. Weit und breit ist keine Menschenseele zu sehen.

Am Abzweig nach Zagorje halten wir uns rechts und haben nun wieder Asphalt unter den Gummis. Wir folgen weiter der Sopota durch eine enger werdende Schlucht. Angriffslustig umkurven wir die steil aufragenden, bewaldeten Felsen. Hinter Zagrad weitet sich das Tal wieder und gibt den Blick auf die ungewöhnlich steil aufragenden Kuppen frei, deren mit Gras bewachsene Hänge der Heuernte dienen. Es tauchen wieder vermehrt die sogenannten Topler auf, zweireihige, überdachte, aber offene Scheunen, die zum Trocknen des Heus genutzt werden. Sie sind typisch für Slowenien und gehören zum Kulturgut. Je mehr wir uns Radeče annähern, desto mehr Industrie macht sich breit. Schließlich erreichen wir die Sava, den längsten Fluss Sloweniens. Bei Radeče hat sie Ausmaße eines regelrechten Stroms angenommen und fließt ruhig und gemächlich vor sich hin. Wir haben noch gut ihren idyllischen Quelltopf bei Podkoren aus Tour 01 in Erinnerung. Direkt am Ufer bietet die stylishe Pizzeria PR‘ Veseljak ein gemütliches Plätzchen mit schönem Blick auf den Fluss für eine Rast. Über die Brücke wechseln wir auf die nördliche Flussseite und fahren auf der Landstraße 5 ein kurzes Stück flussaufwärts bis Zidani Most und biegen rechts ab in Richtung Celje. Der Ort ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Savinja-Mündung in die Sava. In unmittelbarer Nachbarschaft überqueren zwei Eisenbahn- und eine Straßenbrücke die Savinja, ein architektonisches Kuriosum.

Wir kommen in die Region Štajerska, die slowenische Steiermark, die unter anderem bekannt ist für seine heißen Quellen, denen wir noch häufiger begegnen werden. Den Anfang macht Rimske Toplice, dessen heiße Quellen bereits den Römern bekannt waren. Hier zweigen wir später ab auf die Straße 680 in Richtung Planina. Doch zunächst gönnen wir uns noch einen Abstecher ins sieben Kilometer nördlich gelegene Laško, einen weiteren Kurort und Heimat des beliebtesten slowenisches Bieres. Der unansehnliche Brauerei-Klotz direkt am Ufer der Savinja sieht aus wie ein Ikea-Hochregallager. Da helfen auch seine überdimensionalen Fassadenplakate nichts. Das weitaus attraktivere Innere lernt man am besten bei einer Bierprobe kennen. Außerdem findet hier das größte Volksfest der Slowenen Mitte Juli statt: das Bier- und Blumenfestival „Pivo in Cvetje“.

Weitere Infos unter www.pivo-cvetje.si


 TIPP 1! Laško – Das Bier aus Thermalwasser 

Die Brauerei am Ufer der Savinja wurde 1825 gegründet. 1889 kam Simon Kukec auf die geniale Idee, Thermalwasser aus der Umgebung als Brauwasser zu verwenden. Heute gehört das Bier zu den beliebtesten in Slowenien und die Brauerei zum Heineken-Konzern. Besichtigungen organisiert das innerstädtische TIC (Tourist Info Center).

Besichtigungen finden statt mittwochs und freitags jeweils um 14.30 Uhr
ab einer Gruppengröße von 10 Personen für 8,50 €/ Person incl. Bierprobe
Weitere Infos unter www.lasko.info und www.pivo-lasko.si


Wieder zurück in Rimske Toplice biegen wir links ab auf die bereits erwähnte Landstraße 680 in Richtung Planina und überqueren dabei die Savinja. Zunächst folgen wir dem Fluss am linken Ufer und der parallel verlaufenden Bahnlinie. Das hübsche, schmale Sträßchen hat bereits ein paar Renovierungen hinter sich, bleibt aber gut befahrbar. Das Tal verengt sich zunehmend zu einer kleinen Schlucht. Nach wenigen Kilometern verlassen wir Bahnlinie und die Savinja und wechseln in ein Seitental, das sich die Gračnica gegraben hat. Der Nebenfluss der Savinja bleibt für die nächsten 19 Kilometer unser ständiger Begleiter. Natur pur ist wieder angesagt. Auf dem feinen Sträßchen durchstreifen wir Wälder, Wiesen und enge Schluchten. Nur wenige verschlafene Dörfer und Gehöfte verlieren sich in der dünn besiedelten Gegend.

Am Ende der Straße verlassen wir das Gračnica-Tal und biegen links ab in Richtung Šentjur. Hier ist schon etwas mehr los. Wir haben sogar einen Mittelstreifen. Umgeben von dichtem Wald lädt uns das graue Band mit seinen langen Kurven zum drehzahlfreudigen Ritt durch Wiesen und Weiden. Hie und da mal ein bewirtschaftetes Maisfeld, ansonsten Natur pur. In Šentjur biegen wir rechts ab auf die Landstraße 107. Der Verkehr nimmt erwartungsgemäß zu. Landschaftlich bleibt die Strecke dennoch reizvoll. Es geht weiter an Feldern und Wiesen vorbei durch die hügelige Gegend.

Vor uns liegt Rogaška Slatina: Beauty, Spa und Trallala findet man in Slatina. Der Ort liegt nahe der kroatischen Grenze und ist der größte und älteste Kurort Sloweniens. Bereits im 16. Jhdt. bekannt, reifte der Ort erst Mitte des 19. Jhdts. zur vollen touristischen Blüte. Der europäische Hochadel gab sich hier die Klinke in die Hand. Klassizistische Prachtbauten in sauber angelegten Parks entstanden, die heute als Vier-Sterne-Thermenhotels fungieren, allen voran das zentral gelegene Grand Hotel Rogaška, in dem bereits gekrönte Häupter abstiegen. Zu verdanken hat der Ort seine Bedeutung der Donat-Quelle, deren extrem magnesiumhaltiges Heilwasser auch heute noch in grünen Flaschen in Supermärkten erhältlich ist (ein Liter enthält den dreifachen Tagesbedarf !).

Unsere Tour führt uns auf der Weinstraße „Vinska Cesta“ weiter in den Süden. Am Ortsausgang passieren wir das Betriebsgelände der Fa. Atlantic, die das berühmte Donat Mg-Heilwasser und auch die angeschlossene beliebte Balkan-Cola Cockta abfüllt. Kurz danach biegen wir rechts ab in Richtung Brestovec. Wie auf einer Achterbahn führt uns das feine Sträßchen bei gefühlten 20% Steigung und Gefälle durch die Weinregion. Von den Kuppen blicken wir weit in den Nationalpark Kozjansko, den wir bei Podčetrtek, einem weiteren Kurort erreichen. Am Ortseingang fallen die bunten Rutschen des Aqualuna-Badeparks auf. Etwas weiter freut sich die architektonisch durchgestylte und preisgekrönte Therme Olimia auf Erholungssuchende. Wir folgen dem Verlauf der Sotla, dem Grenzfluss zu Kroatien. Der Fahrfluss auf der perfekten Straße wird lediglich durch die vielen Dörfer immer wieder unterbrochen. Ab Dekmanca ändert sich das Landschaftsbild. Es wird hügeliger, waldreicher und die Straße schlechter. Dafür aber auch kurviger und weniger dicht besiedelt. So lassen wir es laufen bis Brežice, einem bedeutenden Wellness- und Beauty-Hotspot. Die Terme Čatež ist das größte Kurzentrum Sloweniens und liegt südöstlich, direkt am rechten Sava-Ufer. Dorthin gelangt man über eine Brücke, die direkt über den Zusammenfluss von Krka und Sava gespannt ist.


 TIPP 2! 
Terme Čatež – Das Wellness-Paradies Sloweniens 

Obwohl bereits im 18. Jhdt. entdeckt, dauerte es bis 1963, bis ein professionell geführtes Heilbad entstand. Elf Quellen zwischen 57° und 64° Celsius versorgen den Gesamtkomplex. Heute steht ein gigantisches Areal für alle Arten von Wellness, Sport und Erholung zur Verfügung. Sieben Außenpools, ein Fluss, Wasserfälle und eine Pirateninsel verteilen sich auf 10.000 m² Außenfläche. Im Winter stehen in der Thermal-Riviera über 2.300 m² überdachte Schwimmbadfläche zur Verfügung. Drum herum gesellen sich Hotels, Restaurants und ein Campingplatz.

Weitere Infos unter www.terme-catez.si

 ÜbernachtungsTIPP 2! 

Der prämierte 5*-Campingplatz Camp Terme Čatež, Topliška cesta 35 in Brežice ist ein Campingplatz der Superlative.
Übernachtet werden kann im Zelt, auf der Pirateninsel, im Indianerdorf, oder in ganz normalen Chalets.
Von Frühstück bis Vollpension ist alles möglich. Kombipreis für die Benutzung der Terme.

Ganzjährig geöffnet
Tel.: 076 207 810
E-Mail: camp@terme-catez.si
Weitere Infos unter www.terme-catez.si


Weiter gehts Richtung Krško durch das weitläufige Sava-Tal. Die umliegenden Felder werden landwirtschaftlich intensiv genutzt. Maisfelder fliegen auf der weitgehend geraden Strecke an uns vorbei. Krško selbst hat ein paar nette Cafés und Konoben. Wir überqueren die Sava-Brücke und fahren am Südufer, teilweise direkt an der Wasserlinie entlang, weiter in Richtung Sevnica. Auf der Höhe von Brestanica entdecken wir auf dem Berg die mächtige Rajhenburg. Oben gibt es ein nettes Eiscafé und einen noch tolleren Blick auf das untere Sava-Tal. Im Sommer finden dort Musikveranstaltungen statt. Sevnica besitzt neben einer weiteren Burg eine gemütliche Altstadt, ebenfalls mit ein paar Cafés und Kneipen.

Wir verlassen das Sava-Tal und wechseln ins Mirna-Tal in Richtung Mokronog. Bis Tržišče kurven wir geschmeidig durch ein dichtes Waldgebiet. Die Straße ist wie gemacht für uns, und so genießen wir jeden Lastwechsel. Dahinter endet die Ausbaustrecke. Hinter Mokronog weitet sich das Tal, und endlose Felder bestimmen wieder das Landschaftsbild. Lange Geraden lassen uns zügig vorankommen. Bei Bistrica treffen wir wieder auf die Bahnlinie, die uns bis Trebnje Gesellschaft leistet. Der letzte Abschnitt ist dann wieder zum Genießen. Üppiges Grün umgibt uns bis wir zurück sind an unserem Ausgangspunkt in Trebnje.

 

Tour 06 – Bier und heiße Quellen

Kontakt

Christoph Berg
Dipl.-Ing. (BA) + Reisejournalist
info[@]bike-and-smile.de

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